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Aktueller Prospekt Rossmann - Prospekte - von 28.09.2026 bis 03.01.2027
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GESELLSCHAFT / Fantasie ten, klingt etwas magischer. 1938, ein Jahr nach dem Erscheinen seines ersten Romans „Der Hobbit“, sprach der Philologie-Professor in seinem Vortrag „On Fairy-Stories“ über die Macht der Fantasie. Sie sei mehr als Vorstellungskraft – sie sei ein Schöpfungsakt, mit dem neue Welten erschaffen werden könnten. Schon damals gab es offenbar Vorurteile gegen Fantasie bzw. Fantasy, die Tolkien mit seinem leidenschaftlichen Plädoyer ausräumen wollte. Auch wenn Fantasie also viel mehr als Kinderspiel ist: Anders als die Kreativität, die zielgerichtet funktioniert, um zum Beispiel ungewöhnliche Lösungen für Probleme zu finden, folgt die Fantasie nicht primär einem Zweck. Wer fantasiert, lässt dem Spiel des Geistes freie Bahn. Doch ohne Fantasie gäbe es keine Literatur, keine Musik, keine bildende Kunst – und auch weniger Fortschritt. Denn für jede bahnbrechende Erfindung braucht es jemanden, der sie erst einmal imaginieren kann. A nfang 2025 fegte ein Sturm durch die Buchhandlungen der Welt. Es waren rebellische junge Leute auf feuerspeienden Drachen, die von den Buchseiten direkt in die Köpfe der Menschen flogen. „Onyx Storm“ der US-Autorin Rebecca Yarros verkaufte sich in der ersten Woche nach Erscheinen weltweit 2,7 Millionen Mal. Der dritte Band der „Empyrean“-Reihe ist somit das am schnellsten verkaufte Erwachsenenbuch der letzten 20 Jahre. Die Saga, in der Drachenreiter mit Zauberkräften sich wahlweise ineinander verlieben oder gegeneinander kämpfen, begeistert Millionen Fans. Nicht wenige Menschen haben für die Fantasy-Romanze aber auch Spott übrig. Blitze schleudernde Frauen und blaue Babydrachen? Sind doch ebenso kindisch wie Elfen, Zwerge oder sprechende Tiere. Sollten Erwachsene sich nicht lieber mit vernünftigen, reellen, ernsthaften Dingen beschäftigen? Nein. Fantasie und das Genre Fantasy sind keineswegs ein Zeitvertreib nur für Kinder und Jugendliche. Fantasie ist eine mächtige Fähigkeit, die auch für Erwachsene wichtige Bedürfnisse erfüllt. Sie begegnet uns nicht nur im Kino oder in Romanen, sondern kann uns auch helfen, in der wirklichen Welt besser zurechtzukommen. Wo I d een geb oren we rd en Der Begriff „Fantasie“ beschreibt die Fähigkeit, sich Dinge vorzustellen, die nicht da sind oder die es überhaupt nicht gibt. Die Definition von J. R. R. Tolkien, Erfinder von Mittelerde und meistgelesener Fantasy-Autor aller Zei- 18 Tests f ür die Wirk lich keit i Kein Bild im Kopf Etwa zwei bis vier Prozent der Menschen können keine oder nur sehr grobe Bilder vor dem inneren Auge sehen. Das Phänomen heißt Afantasie und tritt in Abstufungen auf. Betroffene speichern Erinnerungen eher als Fakten oder in Konzepten Beim Fantasieren sind zwei Hirnregionen besonders aktiv: der mediale präfrontale Kortex, zuständig für Zukunftsplanungen. Und der Hippocampus, das Steuerungszentrum des Gehirns für Gedächtnis, räumliche Orientierung und emotionale Verarbeitung. Wenn wir in Gedanken Szenarien des Alltags durchspielen, zum Beispiel ein bevorstehendes Jobinterview, bemühen wir dafür unsere Fantasie. So hilft sie bei der Vorbereitung auf Dinge, die vor uns liegen. Auch Erinnerungen sind eine Form der Vorstellungskraft: Versetzen wir uns etwa in die Sommerferien unserer Kindheit zurück, brauchen wir dafür Fantasie. Und schließlich formt sie unsere Persönlichkeit, die Art, wie wir anderen begegnen – und damit ganze Gesellschaften. Wie? Indem sie uns ausprobieren lässt, wer wir sein wollen. Kinder tun das zum Beispiel im Spiel. Indem sie in Barbie- oder Piratenwelten abtauchen, erforschen sie die eigene Persönlichkeit, versetzen sich in andere, handeln Regeln aus. In einer erdachten