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Aktueller Prospekt Rossmann - Prospekte - von 28.09.2026 bis 03.01.2027

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GESELLSCHAFT / Fantasie WUNSCHWELT Fantasien können Wirklichkeit werden. Man muss nur erst mal darauf kommen für kostet man reale Sinneseindrücke bewusst aus – das Rascheln von Blättern im Wind, ein Geruch, der durchs Fenster hineinzieht, den Geschmack eines Bonbons. Das trainiert auch die Fantasiesynapsen, denn das Gehirn nutzt für Erinnerungen von Bekanntem dieselben Areale wie für das Imaginieren von Unbekanntem. Und J. R. R. Tolkien hat noch einen weiteren Tipp. In „On Fairy-Stories“ schreibt er, Erzähler würden eine Sekundärwelt erschaffen, die der Geist betreten könne. Solange die Gesetze dieser Welt in sich stimmig seien und wir uns darin wohlfühlten, wären wir auch gerne bereit, an sie zu glauben. Zweifel aber würden diese Magie zerstören. Halte sich der Reisende in der Sekundärwelt auf, sei es daher gefährlich, allzu viel zu hinterfragen. Denn dann würden sich die Tore zu dieser Welt schließen und die Schlüssel unwiderruflich verloren gehen, schrieb er sinngemäß. Zu fantasieren heißt also auch, sich ganz naiv und unbefangen auf Unbekanntes einlassen. So wie es Kinder gerne tun. 22 Fliegen Ihnen die Ideen zu oder ist Fantasie eher ein Handwerk für Sie? Die Ideen kommen über viele Wege. Ich liebe den Barock, das Rokoko und die viktorianische Ära, deshalb verwende ich oft typische Elemente dieser Epochen in den imaginären Welten. Auch Tiere und Pflanzen zeichne ich einfach gerne. Und manchmal liegen zwei separate Ideen in der Schublade, und plötzlich kann ich sie verbinden, zu etwas Neuem, Lustigen und Seltsamen. Ich glaube außerdem, wenn man viele Romane liest, hält man seinen Geist aktiv. Wenn Sie vor einem leeren Blatt Papier sitzen: Womit fangen Sie an? Manchmal sitze ich einfach da und zeichne eine Erinnerung. Und da die Zeichnungen so absurd sein dürfen, wie ich will, füge ich der Erinnerung etwas Neues hinzu, sodass sie plötzlich ganz verträumt wirkt. Ich wandere in meinem Geist gern an Orte, die mir am Herzen liegen, und zeichne sie – mit der Freiheit, nicht realistisch sein zu müssen. Welche Techniken verwenden Sie für Ihre Illustrationen? Alle – von Buntstiften, Aquarellfarben, Tinte und Bleistiften bis hin zu iPad und Photoshop. Manchmal, wenn mir keine neuen Ideen einfallen wollen, gestalte ich aus Spaß Collagen. Dabei kann ich mich immer auf glückliche Zufälle verlassen, die mir neue Inspiration liefern. Sind Fantasien ein Zufluchtsort für Sie? Ich glaube, Fantasien können Wegweiser sein. Als Kind habe ich davon geträumt, Künstler zu sein und in verschiedenen Ländern zu leben. Also habe ich hart daran gearbeitet, diesen Traum zu verwirklichen. In Traumwelten zu wandeln, in die man physisch nicht gelangen kann, ist sehr meditativ. Man kann dort seine Probleme vergessen, und nach einer Weile fühlt man sich besser. Foto: Maria Chamaraki D R E I F R AG E N A N DA N I E L E G N É U S , D E R DA S COV E R U N D D I E S E N A RT I K E L I L LU S T R I E RT E