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Aktueller Prospekt Rossmann - Prospekte - von 28.09.2026 bis 03.01.2027
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E Ein Tor hängt windschief in den Angeln. Durch blinde Fenster fällt Licht auf verstaubte Flure. Die Wände sind kahl. Die Szenerie hat etwas Beruhigendes und Beklemmendes zugleich. Orte, die ihre einstige Bestimmung schon lange verloren haben, üben eine eigenartige Faszination auf uns aus. „Ruinen und verlassene Orte sind mehr als Relikte der Vergangenheit. Sie fungieren als Schwellenräume zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und ermöglichen es Menschen, über Wandel, Vergänglichkeit und künftige Entwicklungen nachzudenken.“ So sahen es Kulturwissenschaftler in einer Studie der britischen Lancaster-Universität von 2017 über „Ruinenlust“. Besucher fragen sich angesichts ehemaliger militärischer Anlagen, Schlösser oder Industriewerkstätten: Wer hat hier wohl gelebt, geliebt, gearbeitet oder auch gelitten? Die Mauern geben ihre Geheimnisse nicht preis, doch wer in die Geschichte von historischen Bauten eintaucht, geht gedanklich auf Zeitreise. „Fotografen finden hier immer wieder außergewöhnliche Motive“, sagt Sabine Schaller-John, die gemeinsam mit ihrem Mann Dirk John die Website foto-faktorei.de betreibt und verschiedene Touren anbietet. Sie unterscheidet zwischen „bewahrten Orten, um die sich noch jemand kümmert, und echten Lost Places, die weitgehend sich selbst überlassen bleiben“. Egal, ob organisiert (gibt es z. B. auch über go2know.de oder berlinerunterwelten.de) oder auf eigene Faust: Sicherheit hat Priorität, wenn man sich mehr oder weniger verlassenen Orten nähert. Manche Anlagen warten auf ihre Sanierung oder werden immer wieder auch für Veranstaltungen genutzt. Oberstes Gebot: Es werden Eindrücke mitgenommen – aber sonst nichts. S chl oss Crossen Te ufelsb e rg Be rlin Verwunschen liegt Schloss Crossen in Thüringen auf einer Anhöhe über dem Fluss Weiße Elster. Die Außenbereiche sind verwildert, der Putz der vierflügeligen Anlage bröckelt. Ihre Geschichte reicht zurück bis ins Jahr 955, als Burg Crossen erstmals erwähnt wurde. Im 18. Jahrhundert zu einem prächtigen Barockschloss umgebaut, gab es verschiedene Nutzungen. Seit 2018 gehört das Schloss der Gemeinde Crossen. Besucher sind erstaunt, wenn sie im Schloss gut erhaltene Details wie Türbeschläge sehen. Geld für den notwendigsten Erhalt kam inzwischen von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die Fassaden des Innenhofs sind restauriert. Der grandiose italienische Barocksaal mit raffinierten Illusionsmalereien soll vor dem Verfall gerettet werden. Wann die Millionen für eine große Sanierung zur Verfügung stehen, ist offen. Bis dahin ist Schloss Crossen bei Veranstaltungen und auf Führungen zu besichtigen. Mehr unter: schloss-crossen.de Schon von Weitem sieht man die weißen, kuppelförmigen Hüllen – Reste der sogenannten Radome – der Abhöranlagen des Kalten Krieges auf dem rund 120 Meter hohen Teufelsberg. Zwischen 1972 und 1992 nutzten US-Geheimdienste sie als Spähstationen Richtung Ostblock. Die Anhöhe eignete sich dafür perfekt, und auch der Hügel selbst ist ein Stück Geschichte: Hier wurden auf den Rohbautrümmern der wehrtechnischen Fakultät des NaziRegimes nach dem Zweiten Weltkrieg rund 26 Millionen Kubikmeter Schutt aus dem zerstörten Berlin aufgetürmt. Nach der Wiedervereinigung scheiterten Investorenpläne, Künstler übernahmen die Regie. Die Street Art Gallery auf dem Teufelsberg, der seit 2018 unter Denkmalschutz steht, ist ebenso sehenswert wie die 2024 eröffnete Ausstellung „Declassified – Das Geheimnis des Teufelsbergs“. Von den oberen Plattformen hat man einen atemberaubenden Blick über Berlin. Mehr unter: teufelsberg-berlin.de EIN STÜCK GESCHICHTE Einst Spähposten, heute Aussichtspunkt: der Berliner Teufelsberg 95